Rasanter Auftakt

Knapp 70 Besucherinnen und Besucher erlebten zum Auftakt der Schloss­konzerte den rasanten finnischen Pianisten Iiro Rantala. Er und sein Streichertrio verzauberten mit Spielwitz und überbordender Lust an der Melodie.

Iiro Rantala

Der finnische Pianist Iiro Rantala schlug am Eröffnungskonzert der Spiezer Schlosskonzerte mit unglaublicher Spielvielfalt eine Brücke zwischen Jazz und der europäischen klassischen Tradi­tion. Er verzauberte in der Schloss­kirche das Publikum mit überschwänglich-schwelgeri­schen Melodien, rhythmischen Herausforderungen, virtuosem Spiel und irrwitzigen Brüchen. Mit einer unüblichen Besetzung eines international angesehenen Streichtrios stellte der erfin­dungsreiche Pianist und Kompo­nist die Parameter des Jazz auf den Kopf und riss das Publikum zu Jubelrufen und Beifallsstür­men hin.

Schwelgerischer Bach

Stilistisch gab es für die drei kei­ne Grenzen. Dass für Rantala Jo­hann Sebastian Bach der erste Jazzer war, betonte er in seiner Interpretation des Kyrie aus der h-Moll-Messe. Er verlieh dem Geistlichen eine schwelgerische Note. Fast unbemerkt glitt er in eine Eigenkomposition, in wel­cher barocke Substanz sich mit einem Endlosriff verwob. Danach mischten sich Rantalas Partner in das Geschehen ein. Mit der ös­terreichischen Cellistin Asja Val­cic und dem polnischen Violinis­ten Adam Baldych eröffnete Ran­tala in der «First Tune» grossen Spielraum. Plötzlich folgte ein ra­sender Übergang, und das Trio heizte countrymässig mit ausge­lassenem Saloon-Feeling ein.
Feinmotorisch spielte Baldych auf seiner Geige springende Spic­catobogen und wispernde Fla­geoletttöne. Valcic strich und zupfte ihr Cello ebenso zärtlich wie bestimmt. Wechselvolle Ef­fekte wie abgedämpfte Bass­saiten des Flügels und perkussive Rhythmen der Streicher wurden dem Saisonmotto der Konzert­reihe, «Saiten- und Seitensprün­ge», voll gerecht. Mit eigenstän­digem und unverwechselbarem speziellem skandinavischem Sound schufen die Beteiligten einen anregenden, abwechs­lungsreichen Abend ungebunde­ner Musik abseits des Main­streams. Die Zuhörenden spen­deten begeisterten Applaus.

Text: Berner Oberländer vom 8.5.2015, Heidy Mumenthaler

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