Ein «Mosaiksteinchen» der Kultur jubiliert

Text: Berner Oberländer vom 30.04.2016, Heidy Mumenthaler; Bild: zvg/David Schweizer)

Unter dem Motto Ensemble feiern die Schlosskonzerte vom 5. bis 29. Mai ihr 70-Jahr-Jubiläum. Das Team hat für die acht Konzerte kulturell tätige oder unterstützende Partnerorganisationen als Spezialgäste eingeladen.

1946 initiierte Schlossverwalter, Verkehrsvereinsekretär und Musikliebhaber Alfred Heubach die Durchführung von klassischen Konzerten in Schlosspark, Schlosshof und Schlosskirche.

Während rund 25 Jahren traten das Kammerorchester Bern und das Füri-Quartett auf. 1969 übernahm Dr. Hans Luginbühl die Leitung. Er holte neue Ensembles nach Spiez, die ihr Repertoire bis in die Moderne ausdehnten.

Viele international bekannte Musikerinnen und Musiker traten zu Beginn ihrer Karriere an den Schlosskonzerten auf – etwa Hans Heinz Schneeberger, Ursula und Heinz Holliger, Michael Studer, Thomas Füri oder Antony Morf. Und auch sehr arrivierte wie Pierre Fournier.

Ein steter Wandel

1985 dann ging die Verantwortung an Gretli Wandeler-Bodmer über. Dem Gesang und den Blasinstrumenten wurde mehr Platz eingeräumt, neu wurde auch die Orgel der Schlosskirche einbezogen und in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Bern ein eigenes Konzertgefäss für junge, hochtalentierte Nachwuchsmusiker geschaffen.

Zudem wurde mit gehobener Salonmusik stilistisch der «ernste» Rahmen erweitert. Unter Gretli Wandeler und ihrem Fünffrauenteam ist 1997 der Verein Schlosskonzerte Spiez gegründet worden.

1998 wechselte das Präsidium zur bisherigen Vizepräsidentin Marianne Vogel Kopp. Fortan organisierte das Team ehrenamtlich jeweils sechs bis neun vielfältige Musikveranstaltungen.

Die mehrheitlich klassische Ausrichtung (Klavierrecitals, Trios, Streicherformationen) wurde mit Einbezug von Crossover-Anlässen, der Einbindung von Volksmusik, Chansons, Klezmer sowie Improvisationen auf­geweicht.

Dazu kam die Auf­lockerung mit sprachlichen ­Elementen und Lesungen. Kinderfreundliche Konzerte entwickelten sich zu Kinderkonzerten. Im Jahr 1999 eröffnete erstmals eine Jazz-in-Church-Matinee neuen Zuhörerkreisen die Pforte.

Zehn Jahre später übergab ­Vogel Kopp das Zepter an den heutigen Leiter Ruedi Bernet. Unverändert gehen die Schlosskonzerte den Weg der stilistischen Öffnung weiter. «Uns ist nicht die Abendrobe wichtig, sondern die möglichst familiär-nahe Begegnung zwischen Auftretenden, Zuhörenden und Mitgliedern des Teams», sagt Ruedi Bernet.

«Da der Verein Schlosskonzerte Spiez für die Finanzierung der Konzertreihe auf Gelder der öffentlichen Hand und viele Inserenten und Sponsoren angewiesen ist, sehen wir es als Aufgabe, eine möglichst breite stilistische Palette an Konzerte anzubieten.»

Unabdingbar bleibt, dass die musikalische Qualität stimmt und die Ensembles akustisch in den romanischen Kirchenraum passen. «An Vorschlägen, Ideen, Bewerbungen und Möglichkeiten mangelt es nicht, die Qual der Wahl ist wohl das grösste Problem bei der Programmgestaltung ...»

Ein Mosaiksteinchen

Schlosskonzert Team 2016

Im Jubiläumsjahr ist speziell, dass die Schlosskonzerte für jedes der acht Konzerte eine in der Gemeinde kulturell tätige Organisation eingeladen haben. Dies auch, um dem diesjährigen Klammerthema Ensemble nachzuleben und gerecht zu werden.

«Die Schlosskonzerte sind nur ein Mosaiksteinchen in unserem regionalen Kulturleben, und es ist sinnvoll, dass kulturelle Vereine vermehrt miteinander ins Gespräch kommen und sich gegenseitig unterstützen. Die Zeiten, sich als Konkurrenten zu empfinden und zu begegnen, sind, so glaube ich, wirklich und endgültig passé», so Bernet. Die Reaktionen der Eingeladenen seien ermutigend.

Das Schlosskonzerte-Team wünscht sich mehrmals eine volle Schlosskirche, packende Konzerte voller Zwischentöne und Künstlerinnen und Künstler zum «Anfassen», freundschaftliche Begegnungen mit bekannten und noch unbekannten Konzertbesucherinnen. «Und dass es uns gelingt, zunehmend auch junge Menschen für die alles andere als steifen Schlosskonzerte Spiez zu begeistern».

 

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