Die Schlosskonzerte treiben es bunt

Text: Berner Oberländer vom 31.03.2017, Jürg Spielmann. Bild: Markus Hubacher.

Die 71. Schlosskonzerte vom 6. bis zum 28. Mai stehen ganz im Zeichen des Klammer­themas «Farben». Es steht ein bunter Strauss musikalischer Perlen auf dem Programm.

2017 VorschauFreyLopez
Mit ihrem Klammerthema «Farben» möchten die Schlosskonzerte Spiez nicht einfach Werke zu Gehör bringen, deren Titel direkt mit Farben zu tun haben. Sie laden die Zuhörenden ein, sich vertieft auf einen der vielen Aspekte einzulassen, die zum Musik­erlebnis gehören: Klangfarben wie Farbklänge. «Wie unterscheiden wir die Ton­färbungen einer Klarinette, eines Englisch­horns? Welche Farben steigen in unserer Seelenlandschaft auf, wenn wir einer Jazzballade lauschen oder einem Renaissance­requiem?», fragt der organisierende Verein.

Feurigroter Auftakt

Vital Julian Frey, Cembalo, und Alicia López, Tanz und Palmas, eröffnen die diesjährige Reihe am 6. Mai mit einer Experiencia Flamenca. Feurig-rote Cembalo und Flamencofarben – auf den ersten Blick zwei völlig verschiedene Welten. Doch unter den Fingern des bekannten Schweizer Cembalisten verwandelt sich das historische Tasten­instrument in ein faszinierendes Zupf­instrument voller Dynamik, das dem Publikum die Ähnlichkeiten mit der spanischen Flamencogitarre eindrücklich vor Augen und Ohren führt. Die in Bern geborene Flamencotänzerin tritt als Special Guest auf und wird die perkussiven spanischen Cembaloklänge mit Tanz und feurigen Rhythmen bereichern.

Nach seinem magischen Auftritt vor zwei Jahren ist im zweiten Konzert der Pianist Iiro Rantala wieder in der romanischen Schloss­kirche zu Gast. Zusammen mit dem klassischen Galatea-Streichquartett lässt der finnische Pianist und Komponist neue musikalische Welten jenseits von Stilen und Epochen entstehen, «ein faszinierendes Kaleidoskop von Farben und Stimmungen». Im Zentrum stehen sowohl das Arrangement eines Mozart Klavierkonzerts als auch Kompositionen Rantalas, die eigens für das Projekt konzipiert wurden.

In Zusammenarbeit mit dem Schloss Spiez und der gleichenorts stattfindenden Aus­stellung von Ernst Kreidolf wird am Sonntag, 14. Mai, das Kinderkonzert unter dem Titel «Ein Wintermärchen» gestaltet. Eine er­zählende Schauspielerin, zwei junge Violinistinnen sowie Geige und Cello spielende Kinder der Musikschule Region Thun erwecken das zauberweisse Bilderbuch von 1924 zu neuem musikalischem Leben. Ein Augenund Ohrenschmaus auch für Grosseltern und Eltern verspricht das siebenköpfige Team um Präsident Ruedi Bernet. Das ebenfalls als Tradition geführte Konzert «Jung und leidenschaftlich» übernehmen drei knapp 20-jährige Musiker. Der aus Thun stammende Querflötist Cédric Froidevaux, Salomo Schweizer, Oboist aus Luzern, und Jérémie Conus, an der Zürcher Hochschule der Künste studierender Pianist, spielen Kammer­musik von Mozart über Schubert bis Poulenc.

Frisches im uralten Gemäuer

Seit zehn Jahren stehen die Afroschweizerin Nicole Herzog (voc.) und der Berner Stewy von Wattenwyl, Piano, zusammen auf der Jazzbühne. Am Samstag, 20. Mai, werden sie zusammen mit der Stewy von Wattenwyl Group in Besetzungen von Duo bis Quintett zeitlose Musik zwischen Blues, Swing, Latin und Chanson in erfrischenden Arrangements darbieten. «Intim gefärbte Momente über Liebe, Leben und Leidenschaft aus dem Füll­horn des Great American Songbook neu erzählt.» So das Versprechen. Auch die aus der Ukraine stammende Christina Daletska wird im sechsten Konzert warme Tonfarben der Liebe und anderer Gefühle singend entstehen lassen. Die Mezzo­sopranistin, auch schon zu hören mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Berner Symphonieorchester, wird am Piano begleitet vom Kanadier Walter Prossnitz, der schon lange in der Schweiz lebt. Es werden Lieder von Johannes Brahms, Viktor Ullmann und Hugo Wolf zu Gehör gebracht.

Farben der Trauer und des Trostes werden im letzten Konzert am Sonntagabend, 28. Mai, die Basler Madrigalisten gestalten. Das international auftretende Ensemble unter der Leitung von Raphael Immoos gehört zu den ersten professionellen Vokalensembles der Schweiz und wird zum Abschluss der diesjährigen Schlosskonzerte das berührende Requiem «Officium defunctorum» von Tomás Luis de Victoria aus der Frühzeit der polyfonen Musik, der Renaissance, erklingen lassen.

Wie jedes Jahr bieten einige der Anlässe Gelegenheit, im oder ums Schloss bei einem Apéro die musikalischen Eindrücke mit anderen Besuchern auszutauschen und zu vertiefen.

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