"Viele Geschmäcker wollen angesprochen werden"

(Bildbericht: Berner Oberländer vom 04.05.2017, Heidy Mumenthaler)

Nach dem Jubiläumsjahr 2016 der Schlosskonzerte Spiez geht die Konzertreihe in die 71. Runde. Im Mai stehen in sieben Konzerten Farben im Zentrum, die einladen, Klangfarben und -mischungen bewusster wahrzunehmen.
Eröffnung 2017

Die Spiezer Schlosskonzerte gehen mit einer stilistischen Öffnung in die neue Saison. Was hat sich während der achtjährigen Präsidialzeit von Ruedi Bernet verändert, was wurde an Bewährtem beibehalten?

«Wir wollen kein Spartenfestival für Spiez. Viele musikalische Geschmäcker wollen ange­sprochen werden, und wir wünschen uns, dass möglichst viele Musikinteressierte ihre persönlichen Trouvaillen entdecken und in der Schlosskirche geniessen können.»

Qualität bleibt zentral

Diese stilistische Breite in den Programmen ist nicht neu, sie entwickelte sich bereits in den zwölf Jahren mit Präsidentin Marianne Vogel Kopp. Stilistische Breite hat nichts mit Beliebigkeit zu tun, sondern mit Fairness: «Viele Spiezerinnen und Spiezer und die Gemeinde unterstützen uns finanziell, und ob sie alle wie ich ganz persönlich am liebsten schwer­gewichtig Streicher- und Kammer­musik hören würden, darf bezweifelt werden», lacht Ruedi Bernet.

Klar ist, dass die musikalische Qualität und in den romanischen Kirchen­raum passende Gruppierungen und Programme zentral bleiben. Die Neuerungen der letzten Jahre sind sanft: Die Kommentare der Künstler sind die Regel geworden, die floralen Kunstwerke von Barbara Peter und Christoph Flück setzen einen optischen Akzent. «Und wir setzen für jede Konzertreihe eine Art Klammerthema, das den Zuhörerinnen und Zuhörern dienen kann, sich auf einen der vielen musikalischen Parameter einzulassen und speziell hinzuhören.»

Zu den Neuerungen gehört, dass alle zwei Jahre halbszenische Opernmedleys aufgeführt werden, ebenso Schwerpunkte mit zwei oder drei zusammengehörenden Konzerten am gleichen Tag, bisher mit zwei Streich­quartetten oder drei Pianisten. Bernet ergänzt: «Unser optischer Auftritt kommt deutlich anders daher.»

Was führte zum Thema?

Vordergründig sind Farben Sache der Augen. Die Schlosskirche bietet viel an Form und Farbe, seit kurzem sogar die neue Orgelempore. Zudem verstärkt die Blumen­kunst von Blütenmehr diesen Aspekt. Relevant für das Klammerthema war, dass auch die Ohren Farben lieben und Hundert­tausende von unterschiedlichen Klang­farben unterscheiden können. «Das Thema lädt ein, für einmal Klang­mischungen bewusster wahrzunehmen, zum Beispiel genauer auf den Farbzauber einer hohen Oboe oder eines fortissimo gespielten Cembalos zu achten», verrät Bernet. Dass das Kinderkonzert optisch sehr farbig daherkommt und das erste Konzert mit Flamenco opulent rot ausfallen wird, kommt dem Thema entgegen.

Besserer Zugang

Ruedi Bernet und sein Team freuen sich, dass nach der Renovation der Zugang zur Kirche fussgängerfreundlicher geworden ist und beleuchtet werden kann. «Und wir gehen davon aus, dass die ausgebaute Orgel bald revidiert sein wird und im kommenden Jahr für die Schlosskonzerte eingesetzt werden kann.» Erfreulich sei, dass das Spiezer Schloss­konzerte-Team auch nach dem Jubiläumsjahr auf Partner­organisationen der Gemeinde zählen dürfe. «Wir haben uns nach den schönen ­Erfahrungen 2016 vor­ge­nommen, jedes Jahr mit einer Or­ganisation für mindestens ein Konzert zusammen­zu­arbeiten», verrät Bernet. Für 2017 schlug Barbara Egli, Leiterin des Schlosses Spiez, vor, gemeinsam das Kinderkonzert am Muttertag durchzuführen.

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