Leidenschaft und Dynamik

Befeuernder Auftakt zu den 71. Spiezer Schlosskonzerten: Der Steffisburger Cembalist Vital Julian Frey und die Berner Tänzerin Alicia López entführten in den Süden.

ExperienciaFlamencaFeurigrote Cembalo- und Flamenco­farben sorgten für einen speziellen Auftakt in der Spiezer Schloss­kirche. Die rote Farbe unterstrich das Leit­motto der Experiencia Flamenca. Experi­men­tiert haben nicht nur die Künstler. Das Pu­bli­kum sass im Halbkreis, und aus diesem Grund waren die Plätze nicht nummeriert.

«Wir haben es aus­probiert, aber be­merk­ten bald, dass sich dies nicht be­währte», stellte Ruedi Bernet, künst­lerischer Leiter der Schloss­kon­zerte Spiez, fest. Dem Steffisburger Cembalisten Vital Julian Frey und der Tänzerin Alicia López glückte es hingegen, die Experimentierlust aus­zu­loten.

Ähnlich einer spanischen Flamenco-Gitarre

Das südländisch-temperamentvolle Tastenspiel von Vital Julian Frey liess das Regenwetter und die Kälte in der Kirche vergessen. Gespannt wurde dem einmaligen Konzert gelauscht. Frey verzauberte mühelos das barocke Instrument in ein faszinierendes Zupfinstrument voller Dynamik, ähnlich einer spanischen Flamencogitarre. Teuflisch schnell glitt er über die Tasten.

Wie ein roter Faden führte der Klang­magier mit Domenico Scarlatti durchs Programm. Spanisch-Feuriges mit teils perkussiven und rhythmusintensiven Spielereien liessen in seinen Sonaten ebenso aufhorchen wie die Ruhe ausstrahlende, zierlich auf Lautenzug gespielte Sonate. Der Tasten- (und Saiten-) zauberer zog mit seiner farbenreichen und witzigen Spielweise in seinen Bann.

Die Flamencoharmonien des spanisch in­spi­rierten Italieners kamen zum Tragen. Zusammen mit Alicia López gelang es Frey, Grenzen zu überschreiten. Die Fla­men­co­tänzerin bereicherte die perkussiven spanischen Cembaloklänge mit eigener Choreografie und feurigen Rhythmen.

Eine bezaubernde Begegnung von Musik und Bewegung

Mit flamencoartiger Hingabe interpretierte Frey Padre Antonio Soler, und leidenschaftlich begleitete die Bernerin mit spanischen Wurzeln das feinfühlige und zugleich rhythmisch prägnante Spiel mit Kastagnetten und tanzte zu Solers Fandango.

Den Höhepunkt bildete die von Frey beim Flamencogitarristen und Komponisten Michio in Auftrag gegebene «Suite Flamenca»: eine virtuose, schwierige Kreation, bei der Michio auch gerne zwischen die Töne komponierte. Unter den akrobatischen Fingern und dem ausgeprägten raffinierten dynamischen Spiel mit Cajonbegleitung von Alicia López kam der speziell betonte ­12er-Rhythmus zum Aus­druck.

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