Programm

8. Konzert

Freitag, 30. Mai 2014, 20.00 Uhr

Melancholische Weite und Intensität

Jazzkonzert mit dem Donat Fisch Quartett
Donat Fisch, Altsax
Andy Scherrer, Tenorsax
Bänz Oester, Bass
Norbert Pfammatter, Drums

Statt ein neues Projekt nach dem anderen aus dem Hut zu zaubern, findet Fisch immer wieder neue Nischen innerhalb der von ihm komponierten und arrangierten, hochgradig eigenständigen Musik, die zwischen folkloristischer Einfachheit und scharfsinniger Komplexität oszilliert. So fügt er seinem Trio eine zweite Saxofon-Stimme hinzu - und zwar nicht irgendeine, sondern diejenige von Andy Scherrer, der einst sein Lehrmeister war und dem er jetzt auf gleicher Augenhöhe begegnet. Dabei fügt sich Scherrer so überzeugend in die Trio-Konstellation ein, dass wir es tatsächlich mit einem neuen Quartett zu tun haben und nicht mit einem Trio plus Gast.

Es mag hochtrabend klingen, aber falsch ist es trotzdem nicht, von einem Gipfeltreffen der Grossmeister zu sprechen. Dass Fisch und Scherrer zur Sorte Mensch gehören, die ihr Licht bescheiden unter den Scheffel zu stellen pflegt, ändert nichts an der Tatsache, dass sie als Saxofonisten den Vergleich mit weitaus berühmteren Kollegen aus Übersee keineswegs zu scheuen brauchen.

Gemeinsam verfügen Fisch und Scherrer über eine geradezu enzyklopädische Kenntnis saxofonistischer Improvisations- und Ausdrucksmöglichkeiten. Ähnliches liesse sich über das herausragende «drum’n’bass»-Gespann Norbert Pfammatter und Bänz Oester sagen, das die beiden Saxofonisten beflügelt und auch solistisch brilliert.

Donat Fisch Quartett

Donat Fisch zählt nach wie vor zu den bestgehüteten Geheimnissen des Schweizer Jazz. Er ist Saxofonist und Komponist, aber auch Biologe und wissenschaftlicher Zeichner, und wenn er durch die Natur streift, dann hat er einen Zeichenblock und ein Saxofon bei sich. Er ist ein unprätentiöser Künstler, dessen Qualität sich nicht zuletzt in der Fähigkeit zeigt, sich ständig zu hinterfragen und zu erneuern. Seine gleichermassen vertrackte wie sinnliche Motivik spricht Kopf und Bauch an, seine Rhythmik ist variabel und nie neben den Schuhen. Dazu kommt eine Klangkultur, in welcher sich kernige Angriffigkeit und spröde Gesanglichkeit abwechseln.
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Der Basler Andy Scherrer ist der reifste Tenorist, den man zwischen Hammerfest und Palermo, Wladiwostock und Glasgow zu hören bekommen kann. Sein strahlendes Spiel, das auch unter Hochdruck nichts von seiner Eleganz und Eloquenz einbüsst, lebt von der Spannung zwischen überschiessender Imaginationskraft und konzisen gestalterischen Absichten. In seinem Schaffen setzt er sich auch mit so unterschiedlichen Jazz-Koryphäen wie Joe Henderson und Mal Waldron auseinander.

Bänz Oester ist einer der gefragtesten Bassisten des europäischen Jazz. Die Liste seiner «Arbeitgeber» und Partner ist sehr lang und vermittelt einen guten Eindruck von seinem weiten musikalischen Horizont. Neben seinen vielfältigen Aktivitäten als Sideman – er spielte u.a. mit Dewey Redman, Michael Brecker, Joe Lovano, Vienna Art Orchestra, Pierre Favre, Bill Stewart – leitet Oester eigene Bands und ist in vielen kooperativen Projekten mit von der Partie. Oesters Bassspiel zeichnet sich nicht zuletzt durch einen warmen, natürlichen Klang, schlichte Eleganz und eine schier unerschöpfliche melodische Erfindungsgabe aus. Seine Liebe zur Tradition hält ihn nicht davon ab, stets neue Abenteuer zu suchen.
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Die wahre Grösse eines Jazzschlagzeugers offenbart sich nicht in zirkusreifen Show-Einlagen, sondern in der kinetischen Wucht und im klanglichen Differenzierungsvermögen. Nicht nur in diesen Bereichen ist Norbert Pfammatter Weltklasse: Souverän lässt er sein facettenreiches Spiel zwischen Chaos und Präzision oszillieren und montiert immer wieder überraschende Akzente. Atemberaubend!
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