Programm

1. Konzert

Donnerstag, 5. Mai 2016, 17.00 Uhr

Musikalische Bilderwelten aus Byzanz in Spiez

Kirchenmalereien der Schlosskirche Spiez in Musik und Wort
Die Kirchenmalereien der Schlosskirche Spiez in Musik und Wort. Mit dem Chor Yaroslavl' unter der Leitung von Yan Greppin und seinen orthodoxen und gregorianischen Gesängen sowie Roland Böhmer, Kunsthistoriker.

Introitus
Paul Constantinescu
(1909 – 1963)
Doamne milueste
Herr, erbarme dich
Byzantinischer Gesang Αγνή Παρθένε
Reine Jungfrau
Trad. Kloster Valaam Вкусите и видите
Schmecket und sehet
Pjotr Iljitsch Tschaikowski
(1840 – 1893)
Отче наш
Vater Unser
harm. Yaitschkow
(1869 – 1953)
Псалом 103
Psalm 103
Chatzimarkos, arr. Karantzi
(geb. 1982)
Eὐλογήσω Τὸν Κύριον
Psalm 33
Славите господа
Danket dem Herrn
Trad. Rumänien Sfinte Dumnezeule
Heiliger Gott
Trad. Kloster Valaam Ангел вопияше
Der Engel rief
Georgisch, trad. Иже херувимы
Engelsgesang
harm. Dobri Hristow
(1875 – 1941)
Тебе поем
Dir singen wir
Хвалите имя господне
Lobet den Namen des Herrn
Pawel Grigorjewitsch Tschesnokow
(1877 – 1944)
Совет Превечный
Den urewigen Ratschluss
Arvo Pärt
(geb. 1935)
Da pacem Domine
Gib Frieden Herr

Im September 2008 gründete Yan Greppin (Chorleiter) in Neuenburg den Chor Yaroslavl’. Dieses Vokalensemble besteht aus sechzehn Choristen und ist auf orthodoxe liturgische Musik spezialisiert. Yaroslavl’ ist eine der schönsten Städte Russlands. Sie liegt etwa 300 km nördlich von Moskau an der Wolga und ist zugleich Wiege und Hüterin der ehemaligen russischen Traditionen.

Chor Yaroslavl’

Das Repertoire des Chors Yaroslavl’ umfasst Werke aus mehreren Ländern und verschiedenen Gattungen, die alle zur liturgischen Tradition der Ost-Kirche gehören. Darunter finden sich russische, griechische, rumänische und georgische Werke. Eine solche Vielfalt der Stile (z.B. griechische Monodie und slawische Polyphonie), der Sprachen (Rumänisch, Kirchenslawisch, Griechisch, usw.) und der Notenschrift beherrschen zu können, wäre ohne langes Erlernen nicht zu bewerkstelligen.

Die Mitglieder des Chors Yaroslavl’ streben in erster Linie danach, ihre besondere Vorliebe für die Schönheit des orthodoxen liturgischen Gesangs zu vermitteln, welcher Tradition auch immer. Diese musikalische Vorliebe weiss ein breites Publikum zu schätzen. Übrigens halten zahlreiche Musikwissenschaftler den orthodoxen liturgischen Gesang für ein Kleinod der Weltmusik. Einige polyphone slawische Werke, so z.B. «Die Vigile» von Rachmaninow oder «Die Heilige Liturgie» von Tschesnokow, müssen nicht mehr vorgestellt werden, da sie in Westeuropa seit einem halben Jahrhundert sehr oft aufgeführt werden.

Aus ästhetischem, historischem und musikwissenschaftlichem Interesse beschäftigt sich der Yaroslavl’ Chor auch mit unveröffentlichten Werken, die nur in der alten Schreibweise vorkommen (Neumen) oder z.B. nur im Kirchenslawischen, Rumänischen oder Griechischen zu finden sind. Der Chor präsentiert ein Programm einfacher und schlichter Stücke von diskreter Schönheit: Lieder aus dem Kloster Valaam, aus serbischen oder bulgarischen Klöstern oder den Höhlengrotten von Kiew. Der Chor vervollständigt diese Klosterstücke mit Werken für Frauen- und Männerchor, welche spezifisch für Klöster komponiert wurden.
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Roland Böhmer, Dr. phil., studierte an der Universität Zürich Kunstgeschichte, allgemeine Geschichte und Kirchengeschichte. Seit 2001 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der kantonalen Denkmalpflege Zürich tätig. In seiner Lizentiatsarbeit (1990) befasste er sich mit den romanischen Wandmalereien der Schlosskirche Spiez. 2011 erschien die Buchpublikation «Spätromanische Wandmalerei zwischen Hochrhein und Alpen».

Sonderkonzert in Zusammenarbeit mit Stiftung Schloss Spiez

 

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