Die Jahre 2006 bis 2015, das 7. Jahrzehnt
2008 wird der Vorstand von fünf Personen auf ein 7er-Team erweitert. Am Einpacktag des Konzertprogramms helfen auch die passiven Vereinsmitglieder regelmässig mit, ebenso im Mai dann an der Tageskasse und bei der Eingangsbetreuung. Der Vorverkauf im Dorf bei Firma Zimmermann AG läuft perfekt. Nach einem Dutzend Präsidialjahre erfolgt 2009 die Stabsübergabe von Marianne Vogel Kopp an Ruedi Bernet. Als Leiter der Musikschule Region Thun bringt er nicht nur seine eigene musikalische Kompetenz, sondern ein weitverzweigtes Netz der Szene ein.
Aussenwirkung
Ein neues, blaues Logo 2010 zieht in der Folge ebenso ein frisches Layout des Programmheftes mit. Die Öffentlichkeitsarbeit wird stetig intensiviert. Im Berner Oberländer werden vor der Saison Hintergrundartikel und Voranzeigen platziert sowie retrospektiv Kritiken. Das findet schliesslich seinen Niederschlag in einer formellen Medienpartnerschaft. Auch über Radio BeO wird versucht, ans Publikum zu gelangen. Mit sorgfältig gestalteten A5-Werbekarten machen die einzelnen Konzertanlässe bei spezifischen Interessengruppen auf sich aufmerksam.

Die Homepage wird professionell betreut und funktional laufend verbessert, so dass nun Programm, Fotos, Pressespiegel jederzeit im Internet ersichtlich sind, auch auf Jahre zurück. Das aktuelle Programmheft wird auch bei Gewerbetreibenden aufgelegt. Dem Plakataushang sowie den Info-Banners im Dorf kommt nach wie vor Bedeutung zu. Diese PR-Arbeiten resultieren zusammen mit der musikalischen Leitung sowie dem übrigen Rahmenprogramm in gegen 600 Std. Freiwilligenarbeit seitens des Teams.
Programmgestaltung
Schriftlich festgehalten werden nun strategische Leitlinien. Jährlich finden 7 bis 9 vielfältige Musikveranstaltungen statt. Inhaltlich soll der Konzertreigen weiterhin auch einem breiteren und nicht rein klassisch ausgerichteten Musikpublikum beliebt gemacht werden. Auch spartenübergreifende Konzerte finden ihren Platz in der Schlosskirche:
- Neben Matinées gibt es Sonntagnachmittagskonzerte, speziell gedacht auch für Familien
- Die Reihe Jung&Leidenschaftlich (vorher über die Hochschule Bern) wird nun in Eigenregie gestaltet, da die jungen Musiker sich ihre musikalischen Auftritte jetzt selbst organisieren
- Wir beherbergen in den alten Gemäuern Künstler mit internationalem Ruf, für einige von ihnen bedeutete die romanische Kirche gar eines der letzten Podien
- Jazz-Formationen kommen im Kirchenraum immer wieder super an und finden lebhafte Resonanz beim Publikum
- Neben klassischen Trios, Quartetten und anderen Kammerformationen mit Werken von der Gregorianik bis in die Moderne ertönen in der Schlosskirche selbst Kuhglockenklänge
- Persönliche Kommentare seitens der Künstler kommen im intimen Raum besonders gut an und gehören fest zum SKS-Konzept
- Halbszenisch gestaltete Opernabende eignen sich für den Raum so gut wie auch Broadway-Klänge
- Literarische Darbietungen werden mit Musik gepaart
- Liederabende wechseln mit grösseren a cappella Auftritten
- Und: Da die Kinder unsere Zukunft sind, finden die Kinderkonzerte unsere besondere Beachtung und münden in manchen Jahren in einem Schlossfest zusammen mit den Freunden des Schloss Spiez

Ganz im Zuge der Zeit richten sich die Schlosskonzerte Spiez nun auch thematisch aus: wir setzen jährliche Mottos wie Liebe, Geschichten, Kontraste, Atmosphären oder Sa/eitensprünge. Ziel ist immer auch, den einmaligen Kirchenraum stets neu und speziell zur Geltung zu bringen. Diesem Zweck dient ebenso ein weiteres sinnliches Element, ein abwechselnd originell gestalteter Blumenschmuck von Blütenmehr, floral-gestalterische Schöpfungen in Symbiose zur Musik.
Gegen die allfällige Kälte in der Schlosskirche helfen nun Wolldecken in Selbstbedienung. Die neuen, auch von unserem Verein gesponsorten Stühle in der Schlosskirche dienen ebenfalls höherem Komfort.
Die jährliche Zuhörerzahl übersteigt in diesem Jahrzehnt erstmals 1000 insgesamt. Allerdings wechselt der Besucheraufmarsch aus unerfindlichen Gründen von Jahr zu Jahr. Die Durchschnittszahlen pro Konzert schwanken von 90 bis 130, mit Spitzenzahlen von 152 oder gar 167 Eintritten.
Rahmenprogramm
Nach wie vor zum «Service» der SKS gehören sowohl informelle Künstlerapéros als auch öffentliche grosse Apéros. Für die Vorbereitung und Durchführung dieses Catering lässt sich erfreulicherweise stets freiwilliges Personal finden.
Auch die nötige Unterstützung seitens Schlosswart sowie vom Sekretariat Schloss wird sehr gerne angenommen.
Koordination/Partnerschaften
Zum 40-Jahre-Jubiläum der Schlosskonzerte Thun wird ein einmaliger Brückenschlag gemacht, der Nachbar-Veranstalter bekommt bei uns Gastrecht für ein Konzert.
Im Hinblick auf den zukünftigen Empfang von Kantonssubventionen wird der Verband KulturSpiez gegründet, das Ziel vorderhand aber verfehlt.
Die Veranstaltungsdaten der Kulturanbieter von Spiez werden weiterhin koordiniert.
2014 wird der Verein Klassikfestival Berner Oberland gegründet. Eine gemeinsam gestaltete Werbekarte der 11 Klassikanbieter mit Zeithinweisen soll einer besseren Vernetzung und Präsenz beim Publikum dienen.
Finanzielles
In den Erfolgsrechnungen wird nun bis zu CHF 60’000 budgetiert. Neu schlagen die verlangten AHV-Abrechnungen zu Buche und erfordern eine Profi-Bewirtschaftung, auch die Suisa erheischt ihren Tribut. Treue Sponsoren sind Medico Spiez, der Lions-Club Spiez, viele private Gönner und Musikinteressierte. Patronate und Inserate helfen mit, die notwendigen Finanzen zu äufnen und werden mit Gegenleistungen abgegolten.
Die Stiftung Spiezerhof unterstützt uns nach Ablegung eines Rechenschaftsberichtes massgeblich und die Stiftung Schloss Spiez gewährt weiterhin grosszügig Gastrecht. Das Eigenkapital als gesunder Grundstock lässt den SKS nach wie vor eine Preisgestaltung zu, die auch finanziell schwächer Gestellten einen Konzert-Eintritt ermöglicht.
Mit der Änderung bei der kantonalen Subventionspraxis bzw. einem neuen Kulturförderungsgesetz könnte sich allerdings ab 2017 eine Finanzierungslücke mit entsprechenden Konsequenzen abzeichnen.
Im grossen kulturellen Veranstaltungskalender, inmitten der immer professioneller und grossformatig auftretenden Festivals konnten sich die SKS erfreulicherweise auch im 7. Jahrzehnt in aller Bescheidenheit behaupten.
(Gret Beusch, Presse und Öffentlichkeitsarbeit)




